Kettensägenkunst – Mit der Kettensäge tolle Holzskulpturen erstellen

Kettensägenkunst HolzskulpturJeder hat sie schon einmal gesehen. Beeindruckend detailverliebte Skulpturen aus Holz. Kunstwerke, die derartig filigran und originalgetreu aus einem Holzblock gearbeitet worden sind, dass dies doch nur das Werk einer unglaublich teuren CNC-Fräsmaschine gewesen sein kann, richtig? Falsch! Denn diese Arbeiten wurden mit einem Gerät verrichtet, dem man eine solche Präzision kaum zutrauen würde. Eine Maschine, die zugegebenermaßen meist für eher grobmotorische Aufgaben verwendet wird.

Die „Tatwaffe“, von der wir hier reden, ist die allseits bekannte Kettensäge. Kaum zu glauben, dass mit einem solch martialischen Werkzeug so fein herausgearbeitete Figuren hergestellt werden können, stimmt’s? Glauben Sie es ruhig! Und das Beste ist; auch Sie können solche Kunstwerke mit genügend Übung zustande bringen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einige hilfreiche Tipps an die Hand geben, die Sie auf dem Weg zu Ihrer ersten Holzskulptur begleiten sollen.

1. Die Basics

Zunächst einmal ist es von elementarer Bedeutung, sich der Kraft einer Kettensäge und den damit verbundenen Gefahren bewusst sein und diesem Gerät mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Ausrüstung wie Forstschutzelm, Gehörschutz, Schnittschutzschuhe mit Stahlkappe, Schnittschutzhose und Schutzbrille sind hier unerlässlich. Für den Anfang ist es also wichtig, sich mit dem Zusammenspiel von Holzblock und Kettensäge vertraut zu machen. Wie reagiert die Säge auf unterschiedliche Beschaffenheit des Holzes? Üben Sie Schnitttechniken zunächst an einem kleinen Werkstück. Hierbei geht es nicht um Präzision, sondern darum, eine gewisse Routine zu erlangen.

Wichtig:

  • Schutzausrüstung
  • Üben Sie an kleinen Holzblöcken
  • Kein Übermut!

2.Wahl der Kettensäge

Welche Art Kettensäge sollte man für diese Zwecke wählen? Nun, grundsätzlich ist das Herausarbeiten von Skulpturen mit den meisten handelsüblichen Modellen möglich. Für gröbere Arbeiten bietet sich hier eine Säge entsprechender Größe an, während man für die Details meist ein kleineres Modell und einen Schleifer wählt. Obwohl viele „Fortgeschrittene“ in diesem Bereich eher zu Benzin-Kettensägen greifen, kann man auch mit Akku-basierten Geräten beachtliche Ergebnisse erzielen. Weitere Faktoren sind ein geringes Gewicht und ein moderates Vibrationsverhalten. Für filigranere Arbeiten kommt zumeist ein sogenanntes „Carvin-Schwert“ zum Einsatz, eine Art spitze Kettensäge.

Wichtig:

  • Benzin-Kettensägen bevorzugt
  • Auf Gewicht und Vibrationseigenschaften achten
  • „Carvin-Schwert“ für Feinarbeit

3. Die richtige Holzart

Der Auswahl des Holzes sollten Sie sich erst zuwenden, wenn Sie eine geraume Zeit geübt und sich an die Kettensäge und ihre Eigenschaften gewöhnt haben. Jedes Holz reagiert ein wenig anders auf eine Bearbeitung. Bestimmte Holzarten sind für bestimmte Arbeiten geeignet, andere nicht. Grundsätzlich gilt: die Wahl der Holzart ist abhängig vom gewünschten Endprodukt. Einige Holzarten haben sich allerdings in der Vergangenheit als besonders geeignet erwiesen, wie Sie folgender Grafik entnehmen können.

Wichtig:

Geeignete Arten:

  • Eichenholz: Schöne Maserung, vielseitig einsetzbar
  • Pappelholz: Insbesondere für Innenbereiche geeignet
  • Lindenholz: Durch das geringe Gewicht und die ansprechende Optik oftmals eins der beliebtesten Hölzer zur Bearbeitung, besonders bei Anfängern.
  • Walnussholz: leichte Bearbeitung, für Möbel-Schnitzereien geeignet, sehr preisintensiv

4. Arbeitsbedingungen

Eine gute Voraussetzung für die Arbeit in diesem Bereich ist eine angenehme Arbeitshöhe. Das Werkstück sollte außerdem gut fixiert sein. Einsteiger verwenden zu Beginn meist sogenannte Proportionsvorlagen. Da Fehler nur schwer wieder auszubügeln sind, wird dringend empfohlen, geduldig und gewissenhaft zu arbeiten. Überlegen Sie sich jeden Schritt ganz genau und markieren Sie sich im Idealfall die Einschnittstellen mit Farbe, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten.

Wichtig:

  • Mit Bedacht arbeiten
  • Stellen zum Einschnitt markieren
  • Holzblock fixieren

5. Nachbearbeitung

Sollte das Werkstück die gewünschte Form erreicht haben, geben Sie dem Modell buchstäblich den letzten Schliff, zum Beispiel mit einem Exzenterschleifer. Um bestimmte Feinheiten etwas besser herauszuarbeiten, kommt nun Schleifpapier zum Einsatz. Besonders bei sehr detailreichen Formen wie einem Gesicht, ist es unabdingbar, bestimmte Elemente wie Nase, Augen, Ohren oder Mund mit dem gezielten Einsatz des Schleifpapiers realitätsgetreu zur Geltung zu bringen. Mit der wohl dosierten Verwendung eines Bunsenbrenners können Sie nun eventuell erforderliche Verdunkelungen an Ihrem Modell (Beispielsweise bei Schatten oder Fell) zum Tragen kommen lassen. Je nach geplantem Einsatz der Skulptur (Innen- oder Außenbereich) muss Ihr Kunstwerk mit einem besonderen Lack vor äußeren Einflüssen geschützt werden.

Wichtig:

  • Schleifpapier für die Feinheiten
  • Bunsenbrenner für dunkle Stellen
  • Nachbearbeitung durch das Imprägnieren mit bestimmten Lacken

Fazit

Sie sehen also; so spektakulär solche Holzskulpturen auch aussehen mögen, mit der richtigen Anleitung und genug Übung sind auch Sie in der Lage, ein solches Kunstwerk zu erschaffen. Seien Sie mutig und probieren Sie die vorgenannten Tipps aus. Dann werden Sie Ihren Freunden schon bald voller Stolz eine solche Skulptur präsentieren können.

Bild © Michael Krüger – Fotolia.com

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